Medizinische Hieroglyphen

Man kennt das ja: Der behandelnde Arzt verfasst handschriftlich in einer Art abstraktem Kunstwerk die an seinem Patienten durchzuführenden Untersuchungen für die Arzthelferin oder Krankenschwester. Kürzlich ging mir ein Licht auf, warum diese Notizen zum Teil so unleserlich sind. Diese besondere Form der Schrift muss eine predigitale Verschlüsselungstechnik sein und dient offensichtlich dem Datenschutz.
Handschrift birgt analoge VerschlüsselungsmöglichkeitenDas einzige, was ich kopfüber auf dem Blatt meines Arztes erkannt habe, war „LuFu“. Dem nach zu urteilen, was später geschah, steht das wohl für „Lungenfunktionstest“. Weil ich das entziffert hatte, ahnte ich, was auf mich zukommt, bevor mein Arzt es mir sagte. Ich fühlte mich ein bisschen wie eine Mischung aus Geheimagentin und Dechiffrierin. Mächtig, nahezu hellsichtig, als bliebe mir nichts verborgen. Nicht mehr ganz so mächtig und hellsichtig fühlte ich mich nach dem „LuFu“ beim Blutabnehmen am Arm und am Ohrläppchen. Das hatte ich nicht kommen sehen. Die wirklich sehr nette Krankenschwester war verwundert über meine kalten und leicht schwitzigen Hände. Ich kenne das von mir und war hingegen nur verwundert darüber, wie wenig schmerzhaft der Piks am Ohr war.
Nun kenne ich mich sowohl in den gefühlt kilometerlangen, labyrinthartig verschachtelten Gängen der St. Vincentius-Klinik in der Südendstraße als auch in der Pneumologie an sich ein bisschen besser aus als vor meiner Untersuchung dort. Glücklicherweise gibt es für mich keinen Grund, in naher Zukunft mein Wissen in diese Richtungen zu vertiefen. Dazulernen finde ich trotzdem immer wieder spannend. Auch wenn es mich (Angst-)Schweiß und – wie in diesem Fall – Blut kostet.

fingerkuppenverband

Apropos Blut: Die minimale Erstversorgung mittels Plaster bei minimalen Verletzungen, die ich im Grundschulalter gelernt habe, beherrsche ich noch heute. Hier zu sehen ist ein Fingerkuppenverband. Der befindet sich zwar an meinem großen Zeh, erfüllt seinen Zweck aber einwandfrei.
Bleibt zu wünschen, dass mein bescheidenes medizinisches Allgemeinwissen auch in Zukunft ausreicht und selten Anwendung findet.
Bis dahin: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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